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Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
20.10.2007, 18:28 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.01.2008 19:24 von Thomas Wagner.)
Beitrag #1
Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
Derzeit wird über ein neues Modell zur Erhebung der Rundfunkgebühren diskutiert, siehe News-Artikel vom 20.10.2007.

Sollte man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk über eine Steuererhöhung finanzieren? Oder wie könnte man die Erhebung von Rundfunkgebühren gerechter gestalten?

Thomas Wagner
coverinfo.de-Redaktion
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21.10.2007, 23:28
Beitrag #2
RE: Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
Hallo,

das ist ein ganz schwieriges Thema. Das Hauptproblem sehe ich darin, dass der "Fernseher" heute viel vielfältigere Anwendungsmöglichkeiten hat als früher. Damals waren die öffentlich-rechtlichen Sender das einzige, was man mit einem Fernseher machen konnte. Da war es auch klar: Jeder, der fernsieht, nimmt das ÖR-Angebot in Anspruch. Und genau das hat sich geändert: In den 80er Jahren fing es an mit den Privatsendern, in den 90ern kamen Videokassetten und Spielekonsolen, nach der Jahrtausendwende dann DVD-Player auf den Massenmarkt. Den kann man auch noch für Dia-Shows nutzen, wenn man die Urlaubsfotos einfach auf eine CD-ROM brennt. Somit sind die ÖR-Sender nur noch ein Angebot unter ganz vielen. Letztlich könnte man diese Sender genauso privatisieren, und komplett über Werbung finanzieren lassen.

Die Meinung, die Öffis sollten ihren Kultur- und Bildungsauftrag behalten, vertrete ich ja auch. Nur wird dieser von selbigen mittlerweile überhaupt nicht mehr erfüllt. Hier in Solingen habe ich z. B. lange Zeit den Radiosender Eins Live (WDR) gehört. Jedoch haben die in den letzten Jahren meine "Haupt-Musikrichtung" Dance zunehmend aus dem Programm genommen, angeblich "weil es keiner mehr hören will", so die Antwort von der Eins Live Hotline. In den 90ern war das noch anders, da bekam man oft Titel wie "Barbie Girl" zu hören. Hier in NRW gibt es gar keinen Radiosender mehr, der das spielt. Zum Glück gibt's das Internet, da habe ich die Seite http://www.ostseewelle.de gefunden. Ein Privatsender, der nur von Werbung lebt, schafft es, ein extrem Dancepop-lastiges Programm abzuliefern, das angeblich von den Gebührenzahlern "keiner" hören will. Eins Live ignoriert die beliebteste Teenie-Band, Tokio Hotel, und Gruppen wie Chipz, Banaroo oder Shanadoo noch dazu. Dasselbe bei Latino-Musik: Acts wie Loona oder die Hot Banditoz schaffen es regelmäßig, ihre Singles und Alben in die Charts zu bringen, aber wo bleibt das Zeug im Radio? Selbst im Schlager- und Volksmusik-Bereich sieht es dürftig aus. Mit WDR 4 haben wir zwar einen Sender, der sich aber ausschließlich an alte Leute richtet. Wo also bekomme ich im Radio junge Schlagerstars wie die Randfichten, Markus Becker, Peter Wackel oder Mickie Krause zu hören? Ich rede hier noch nicht mal mehr von irgendwelchen "Minderheits-Musikrichtungen", sondern von bekannten Vetretern, die sich z. B. auf Ballermann- oder Après-Ski-Compilations hunderttausendfach verkaufen! Da heißt es dann, "das polarisiert zu stark, da schalten zu viele Leute ab." Hallo?

Nee, da zahle ich lieber 10 Kröten für ein Napster-Abo und ziehe mir Clips über YouTube rein, da bekomme ich das ganze Zeug, auf Wunsch auch direkt als MP3 auf die Festplatte. Und darüber hinaus noch die ganzen Spezialrichtungen wie Drum & Bass, Hardcore, Death Metal, Progressive House, Benelux-Trance, Kirmestechno/Hands Up (gilt übrigens auch fast überall als verpönt), Italo-Pop, Flamenco, Samba, Salsa, Mariachi ... alles Sachen die ich gerne höre, die aber im Radio, und auch im ÖR-Radio, nie gesendet werden.

Fürs Fernsehen gilt im Übrigen dasselbe. Es wird auch vieles einfach nicht gezeigt, weil es zu brisant ist, zu stark polarisiert oder keiner sehen will.

Damit bin ich der Meinung: Die Öffentlich-Rechtlichen sind genauso der Quote unterworfen wie die Privaten. Deshalb für jeden Fernseher Geld zu verlangen, egal ob man das guckt oder nicht, ist m. E. Quatsch. Die Öffis kann man genauso privatisieren. Wer sich für sehr spezielle oder polarisierende Themen interessiert, kauft sich eh die entsprechenden CD's/DVD's oder geht ins Internet.

DJ Nameless
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22.10.2007, 16:23
Beitrag #3
RE: Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
DJ Nameless schrieb:Die Öffentlich-Rechtlichen sind genauso der Quote unterworfen wie die Privaten.
Genau da liegt das Problem! Obwohl die öffentlich-rechtlichen Sender es nicht nötig hätten, wollen sie zwanghaft die Masse ansprechen.

Einerseits ist das nur konsequent: Denn wenn "die Masse" Rundfunkgebühren zahlen muss, dann bitteschön soll auch Programm für "die Masse" gemacht werden.
Andererseits kann man aber keinen Kultur- und Bildungsauftrag erfüllen, wenn man nur noch eintönigen Einheitsbrei sendet.
Zumindest für das Radio gilt das doch: Man hört doch teilweise x-mal am Tag dieselben Songs. Bei ÖR-Sendern! Dabei ist doch gar nicht erwünscht, dass der ÖR-Rundfunk den Privaten die Hörer abjagt. Immerhin muss man ja auch an die Privatwirtschaft denken.

Im Fernsehen sieht es doch etwas anders aus: Da lassen ARD, ZDF & Co. etliche Spielfilme drehen. Ob die einer sehen will, ist eine andere Frage. In meiner Generation scheinbar kaum jemand. Den Hollywood-Blockbuster-Brei dagegen (am besten mehrmals am Tag denselben Film [Gruß At RTL II Big Grin]) kriegt man nur bei den Privaten. Also scheint das ÖR-Fernsehen seinen Kulturauftrag noch zu erfüllen.

Thomas Wagner
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28.10.2007, 22:56
Beitrag #4
RE: Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
Also irgendwie scheint sich ja keiner mehr wirklich für das Thema zu interessieren ... jedenfalls nix los hier im Forum ...

Beim Radio gebe ich dir 100% Recht. Aber auch beim Fernsehen kannst du dir sicher sein, dass diese Filme durchaus eine ordentliche Quote erreichen, wenn auch bei den eher älteren Leuten. Echte Spezialthemen findest du auch da nicht, eben weil "die Masse" Gebühren zahlt, und man somit irgendwie "der Masse" gerecht werden muss.

Vielleicht noch ein interessanter Apsekt: So gesehen ist ja nichts dagegen einzuwenden, dass die Öffis auch Formate wie "Wetten dass" oder "Verstehen Sie Spaß" senden, denn wie gesagt, wollen das die Gebührenzahler ja auch sehen. Das Problem ist halt wie beim Radio die "Abschaltfestigkeit". Ähnlich wie beim Radio gibt es immer mehr Leute, die den Fernseher nicht gezielt einschalten, sondern "nebenher" beim Bügeln o. ä. laufen lassen. Wenn dann was kommt, was z. B. nur Aquarianer oder Achterbahnfans interessiert, zappen die Leute einfach zum nächsten Sender weiter. Boulevard und Talkshows bringen dann einfach mehr Zuschauer.

DJ Nameless
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27.11.2007, 08:55
Beitrag #5
RE: Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
Ich hab da so meine Probleme, mit der "Zwangsabgabe" für die ÖR Sender. Ich würde ein Modell wie z.B. Premiere wünschen, jeder der zahlt bekommt einen Decoder und schön isses!

Manne007Crazy2
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27.11.2007, 14:50
Beitrag #6
RE: Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
Dann brauche ich aber einen Decoder für das Radio meines tragbaren MP3-Players oder Handys, je einen Decoder für mein Radio im Badezimmer, im Arbeits- und im Wohnzimmer, einen für meinen Fernseher usw. Oder aber ich muss ständig umstecken, wenn ich nur einen Decoder habe. Dass das sonderlich praktisch ist, bezweifle ich.

Thomas Wagner
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27.11.2007, 16:07
Beitrag #7
RE: Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
Da würde sich auf Software-Basis was machen lassen, wenn gewollt. Aber es geht ja nur um das liebe Geld, Preis/Leistung ist ja nicht gerade der Hit, bei den ÖR.

Manne007
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27.11.2007, 17:38
Beitrag #8
RE: Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
Auf Software-Basis bei neueren Geräten sicherlich - aber soll man nun alle alten Rundfunkgeräte wegwerfen, weil man damit keinen Rundfunk mehr empfangen kann? Andererseits würde das die Wirtschaft ankurbeln. Smile

Und das "Preis"-Leistungs-Verhältnis bei den ÖR: nun ja, ich denke, das kann man so pauschal nicht bewerten. Es gibt bessere und weniger gute Sender (wobei die besseren auch immer mehr Einheitsbrei bringen, s. o.). Welchen Sender man gut findet, hängt natürlich auch von den persönlichen Interessen ab.

Ich habe bisher hier im Raum Berlin gerne Fritz vom RBB gehört. Aber der Sender meint, sich Verjüngungskuren unterziehen zu müssen (anstatt wie z. B. Bayern 3 vom BR mit seinen Hörern "mitzuwachsen"). Das hat zur Folge, dass Fritz nach und nach diejenigen Moderatoren rausgeworfen oder rausgebeten hat, die den Sender geprägt haben. So hat zum Beispiel nun Jürgen Kuttner mit seinem "Sprechfunk" aufgehört - einer Sendung, die es länger als den Sender Fritz gab. Er macht jetzt mit seiner Tochter Sarah eine Talkshow am Sonntagabend bei radio eins. Der Rest der altbekannten Fritz-Moderatoren gehe zum Jahresende, wie im Forum des Radiosenders auf seiner Website zu lesen war.

Versucht man nun, einen Ersatz für Fritz zu finden, ist das gar nicht so einfach. Motor FM spielt den ganzen Tag nur Alternative, Star FM nur Rock, Jam FM nur Black, KISS FM nur Hip Hop (in einer heavy rotation, so dass immer die gleichen ca. 20 Songs laufen). Eine ausgewogene Mischung von alledem scheint mir eben doch nur Fritz zu liefern.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der sein Programm nicht an Quoten orientieren muss, ist also offenbar grundsätzlich vorzugswürdig. Jedenfalls kann er besser für eine ausgewogene Programmvielfalt sorgen als ein Privater es tun kann. Wer nachts den Fernseher einschaltet und von der einen halbnackten Frau zur nächsten schaltet, die zum Anruf irgendwelcher Telefonnummern - sei es für Telefonsex oder für vermeintliche Geldgewinne - aufruft, der lernt Programmvielfalt zu schätzen.

Thomas Wagner
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28.11.2007, 03:07
Beitrag #9
RE: Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
Ich möchte ja nicht pauschal bewerten, wer die ÖR sehen und hören möchte, soll löhnen, wer nicht der sollte in Ruhe gelassen werden! Für die Technische Machbarkeit sollten sich die ÖR und die Politiker was Einfallen lassen, denn die Pauschalisieren! Egal ob du die ÖR Einschaltest oder nicht, bezahl die Gebühren! Über das Thema habe ich mich schon zu oft Aufgeregt, mit Politikern im Bundestag und im Land Berlin über E-Mail meine Meinung geäußert! Ich habe den Eindruck dabei gewonnen es geht nur um das liebe Geld der Leute! Denn 7 400 000 000 Euro Einahmen durch die GEZ, wobei die GEZ mit ca. 270 000 000 Euro Lohn für Angestellte und Rundfunkgebührenbeauftragte zu Buche schlägt, ohne das Eine Sekunde Radio oder TV Ausgestrahlt wurde!

Manne007
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20.10.2010, 17:33
Beitrag #10
RE: Diskussion über neues Rundfunkgebührenmodell
huhu ich halte im allgemienen gar nix von dieser Rundfunkgebühr , in meinen augen ist das NÖTIGUNG , was die GEZ da macht , ich gehöre zu den menschen in deutschland , ( und ich bin sicherlich nicht der einzige ) die gerne die staatlichen und privaten Radiosender hören , auch darum bin ich gerne bereit für Radio GEZ gebühren zu bezahlen , aber wenn es um Fernsehen geht hört bei mir der spass auf , denn ich MUSS GEZ gebühren bezahlen für den Empfang der Öffentlich Rechlichen Sender , OBWOHL ich diese aber NICHT haben will :-) , ich brauche kein ZDF , ARD , Arte , Phonix oder die dritten Programme , ich bin mit den Privaten Sendern vollauf glücklich , ich werde zu etwas gezwungen , was ich nicht brauche , nicht haben will , und dritten Personen im falle meiner ablehnung keine schaden zuführt , und es besteht seit mindestens 20 jahren die möglichkeit diese staatlichen sender aus meinen Fernseher ( Empfang ) rauszuspeissen. Dennoch MUSS ich zahlen - Nötigung ist das in meinen Augen , nur weil in so einen kleinen Gesetz verankert ist das JEDER BÜRGER DIESE LANDES UNGESCHRÄNKTEN ZUGANG (EMPFANG) ZU STAATLICHER SENDER haben Muss , ich verzichte darauf. Und das nennt sich Demokratischer Sozialer Rechtsstaat.

ha ha ha , sobald ich in naher zukunft umziehe ( ist bald soweit ) werde ich mein TV gerät nicht mehr anmelden , basta :-)
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